Bernhard Augustin
DOI:  10.17421/2498-9746-01-09
Abstract 

In a special moment of history a philosophical movement called Phenomenology came up in Europe. Already the first steps showed its potential of a wide spread impact, which is still in use nowadays. Meanwhile this philosophy is spread all over the world. It started with the book Logische Untersuchungen I+II published by Edmund Husserl in 1900/1901. Husserl became, besides other scientists, the acknowledged founder of Phenomenology. We do not want to question in this article the uncontested importance of phenomenology as a true philosophy, but rather discuss: 1. The founder’s intention, 2. Some hints concerning the development of phenomenology and 3. The view of some of the famous phenomenologists and followers of Husserl and the contribution to a pedagogy like, Rainach, Sepp, Koyré, Scheler and Edith Stein, who became Saint Teresa Benedicta a Cruce, Patroness of Europe in 1999.

In einem bestimmten Moment der Geschichte kam die phänomenologische Bewegung in Europa auf. Schon die ersten Schritte zeigten ihr Potential zu einer weltweiten, durchschlagenden Wirkkraft, die Wissenschaftler und gewöhnliche Bürger in gleicher Weise erfasst und die in der Gegenwart weiter anhält. Am Anfang dieser Philosophie, die sich inzwischen weltweit verbreitet hat, steht die Veröffentlichung der Logischen Untersuchungen I+II von Edmund Husserl, 1900/1901. Husserl wurde neben anderen Wissenschaftlern zum anerkannten Begründer der Phänomenologie. In der vorliegenden Untersuchung geht es nicht um die Darlegung der Bedeutung der Phänomenologie, für eine bestimmte Zeit, sondern um: 1. Das Ziel ihres Begründers; 2. Wichtige Schritte in der Entfaltung der Phänomenologie; 3. Einige Phänomenologen und Schüler Husserls wie Rainach, Sepp, Koyré, Scheler und insbesondere Edith Stein – später hl. Theresia Benedicta a Cruce, 1999 Patronin Europas - in ihrer Bedeutung für die Pädagogik.

1. Das Ziel Husserls

Nach einer Periode idealistischen Philosophierens, welches das Denken wie in eine Sackgasse geführt hat, fanden sich Professoren und Studenten zum Philosophenkreis der phänomenologischen Bewegung zusammen. Die Mitglieder hatten Freude an den Erkenntnissen und das führte sie dazu, vieles gemeinsam zu erleben und darin wieder neuen Humus für ihre wissenschaftliche Forschung zu schaffen. Die Bewegung wurde maßgebend von Edmund Husserl[1] herausgebildet, gelehrt und repräsentiert. Sie erhielt die Bezeichnung Phänomenologie. Sie fand den Anschluss an die griechische Philosophie, bahnte dem europäischen Denken auf Basis des Verständnisses von Welt und der Gestaltung des wirklichkeitsbezogenen Lebens einen hoffnungsvollen Weg in die Zukunft. Sie brachte große Denker hervorragenden Rufes zusammen. Unter diesen sind zu nennen: Max Scheler (Deutschland), Adolf Reinach (Deutschland), Edith Stein (Österreich, Deutschland), Hedwig Conrad-Martius (Deutschland), Alexandre Koyré (Frankreich), Martin Heidegger (Deutschland), Roman Ingarden (Polen), Winthorp Bell (Kanada) und andere. Diese Art des Denkens endet nicht bei diesen Namen; Edith Stein und andere Schüler Husserls zeigten in ihren phänomenologischen Arbeiten gerade die Weiterentwicklung[2] dieses Denkens. Aktuelle Bemühungen sind erforderlich, in der philosophischen Bildung Erwachsener, Jugendlicher und Kinder die Offenheit zur Wirklichkeit der Welt zu stärken und große Philosophen zu wecken.

Edith Stein bezeugt von Husserl, „daß die Art, wie er auf die Sachen selbst hinlenkte und dazu erzog, sie in aller Schärfe geistig ins Auge zu fassen und nüchtern, treu und gewissenhaft zu beschreiben, von Willkür und Hoffart im Erkennen befreite, zu einer schlichten, sachgehorsamen und darin demütigen Erkenntnishaltung hinführte.“[3]

2. Wichtige Schritte in der Entwicklung der Phänomenologie

Schon zu Lebzeiten Husserl veröffentlichten dessen Schüler Ergebnisse ihrer Forschungen im Einklang mit jener Metaphysik, die in Griechenland und der hellenistischen Kultur ihren Ausgangspunkt nahm, in einem weltoffenen Diskurs. Die Ergebnisse der späten Philosophie Husserls weichen von den Prinzipien der metaphysischen Philosophie ab und entwickeln sich im Gegenteil zu den Positionen, die seine früheren Schüler und inzwischen reifen, verantwortlichen Wissenschaftler finden konnten. Unter diesen Philosophen finden sich Reinach, Stein, Sepp und andere, die Husserl in der Frage der Konstitution der Anschauungsobjekte im menschlichen Geist nicht mehr folgten.[4] Die ursprünglich von Husserl in der so bezeichneten »transzendentalen Phänomenologie« behandelte Konstitution erlaubt aber sehr wohl die Aufdeckung der ganzen Sphäre des Bewußsteins und die Darlegung der Konstitutionsproblematik in weltoffener Weise.

Scheler und andere Mitglieder der Göttinger Husserl Schüler gehen also an diesem Punkt eigene Wege. Stein kommt mit den Lehren Thomas v. Aquins in Kontakt, die entschieden und eindeutig von jener metaphysischen Philosophie gestützt wird, die von Aristoteles und Platon an in nahtloser Kontinuität übermittelt wurde.

Einige Kritiker verneinen in einseitiger Weise jene Beziehung, die in der Philosophie Husserls und dem Denken Thomas v. Aquins durch Edith Stein herausgearbeitet worden ist.[5] Aber, wie Angela Ales Bello argumentiert, beruht diese falsche Sicht der Beziehung zwischen Phänomenologie und Thomas von Aquin auf:

  • „der Leugnung der theologischen Dimension“ und

  • „einer stark reduzierten Synthese sowohl der religiösen Erfahrung als solcher, als auch der in Bezug auf das Christentum.“[6]

R. Raschke beschreibt in einem Artikel zur Neuausgabe der Übertragung Steins von Thomas Aquin’s De veritate die hohe philosophisch wissenschaftliche Qualität der Synthese zwischen dem Denken Thomas von Aquins und Steins Phänomenologie.[7] Auch Ales Bello würdigt Steins Stellungnahme zu Thomas von Aquins Denken. In dem Artikel Edmund Husserl und Thomas von Aquin (1929)[8] finden sich bereichernde Erwägungen zur Gegenwart, eine „interessante Oszillation zwischen Annäherung und Zurückweisung, wobei beide Positionen, die von Husserl und jene von Thomas von Aquin in Betracht gezogen werden“.[9]

Der „Lernprozess“ wird in phänomenologischer Forschung „als Interaktion von Lehrenden und Lernenden, in dem sich etwas ereignet, das vorher nicht im Besitz der Beteiligten war, begriffen“ und steht somit „entgegen der Einschätzung bloßer Anhäufung von Wissen, wie sie sowohl im laienhaften wie auch im professionellen Verständnis häufig vorherrscht (…)“.[10]

Wie wir bis jetzt versuchten darzulegen, bildet die Phänomenologie eine Schule im Denken, welche den Verstand zur Wirklichkeitserfassung hin öffnet. Stellt das nicht einen wertvollen Beitrag dar?! Wir sehen die Phänomenologie, ausgeübt von wohlerzogenen Personen der Wissenschaft als einen Vorgang in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche über Gott und die Gegenwart göttlichen Geistes im Bewußtsein der Menschen in der Welt. In einem der Dokumente des letzten Ökumenischen Konzils erklärt die Kirche mit höchster, kirchlicher Lehrautorität: „Kinder und Jugendliche sollen unter Verwertung der Fortschritte der psychologischen, der pädagogischen und der didaktischen Wissenschaften (…) so gefördert werden, dass sie allmählich ein tieferes Verantwortungsbewusstsein erwerben für ihr eigenes Leben und seine im steten Streben zu leistende Entfaltung und für das Wachsen in der wahren Freiheit“.[11] Phänomenologische Forschung und insbesondere Steins phänomenologische Analysen zur pädagogischen Alltagsarbeit liefern wahre Elemente, die in einen Beitrag der Philosophie zur Erziehung, „der didaktischen Wissenschaften“ liefern, die in Übereinstimmung mit dem katholischen Glauben stehen.

3. Andere Phänomenologen und Schüler Husserls in ihrer Bedeutung für die Pädagogik

Schelers Tugendlehre wurde auch nach seinem Tod in intellektuellen Kreisen des deutschsprachigen Raumes aufgegriffen. Diese Auffassung, den Geist zu beflügeln und den Willen durch Tugenden zu stärken wird in Anfängen schon institutionalisiert, als ein Weg „… »der Entspannung des Geistes und des Willens, der Expansion«, der Tauglichkeit und Tüchtigkeit eines Aufgeschlossen Seins zu den Höhen und Abgründen des Kosmos, »der Vermählung mit den Dingen und mit Gott«“.[12]

Näher wollen wir uns mit dem Weg Edith Steins befassen, die Schülerin und 1. Assistentin Husserls gewesen ist. Aufgrund der unausgegorenen, jungen Wissenschaft namens Pädagogik, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts etabliert wird, sowie verbunden mit Steins hauptsächlichem Interesse für Philosophie vor allen anderen Wissenschaften, führt sie keine systematische wissenschaftliche Pädagogik in unserem heutigen Verständnis durch. In ihren pädagogischen Schriften finden wir eine so genannte „»réflexion engagée«, Antworten auf aktuelle Fragen“[13], aber keine systematisch wissenschaftlichen Artikel. Die Argumente, die sie sei es in Ansprachen, sei es in Artikeln pädagogischer Zeitschriften gibt, scheinen fast, die phänomenologische Methode in der Pädagogik vermeiden zu wollen.[14]

Wenn wir einzelne Argumente Steins zur Pädagogik behandeln, folgen wir darin jetzt Beckmann-Zöller „als Leser von heute, die nicht die katholischen Adressaten, an die Stein sich wendete, aus dem Blick verlieren sollten“[15], die wir aber heute in unserer Gesellschaft so nicht mehr vorfinden; wir stehen geistig offenen Leuten jeglicher Hinsicht gegenüber, seien sie katholisch oder nicht.

Es scheint uns möglich, Steins pädagogische Argumente in zweierlei Hinsicht zu analysieren:

  • Zuerst in „Auseinandersetzung mit den Theorien ihrer Zeit“[16] mit Schwerpunkt, wie Individualität zu denken sei.

  • Dann – und das hat durch Steins ureigenes Denken sowie ihr Vertrauen in die Phänomenologie, die hier zugänglich werden, mehr Gewicht als die Auseinandersetzung – blicken wir auf „Phänomenologie des pädagogischen Aktes“ in einer Skizze mit dem Titel „Entwurf einer pädagogischen Systematik“[17]. Stein konnte diese Systematik möglicherweise bedingt durch die historischen Umstände nicht ausarbeiten.

Die phänomenologische Methode, die Stein in der »réflexion engagée« anwendet, hat schon zu mancher philosophischer Erkenntnis im Allgemeinen geführt und liefert Erkenntnisse zum pädagogischen Akt im Spezifischen.

Wie wir aus dem „Entwurf einer pädagogischen Systematik“ entnehmen, entwickelt Stein den pädagogischen Akt in drei Dimensionen: Wissen, Orientierung, Akt. Die drei Dimensionen liegen in einer unersetzbaren Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler. Nämlich

  • Das Wissen in „Lehren und Lernen“ zu vermitteln

  • Die Orientierung in „Anleiten und Geleitet werden“ mitzugeben; und

  • Den Akt vollziehen und darin „gutes Beispiel zu geben, das Beispiel nachzuahmen (mimesis) und Erfolg zu erzielen“[18].

Auf dieser Basis aufbauend können wir nun einige Argumente entwickeln, die sich in Steins pädagogischen Schriften finden lassen. Diese können zu Elementen werden, mit denen eine Pädagogik in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit des pädagogischen Aktes, verstanden als »Erziehung[19]-Entfaltung des Menschen«, systematisch dargelegt werden kann.

  1. Die Individualität respektieren, „denn Menschentum (…) gibt es nur in individueller Ausprägung“, ohne aber „die törichte Sorge um die Wahrung der Individualität, wie es die ganze moderne Pädagogik beherrscht.“[20] In diesem Kontext erklärt Stein die „Theorie der inneren Form des Menschen, die einerseits Teil des göttlichen Geheimnisses im Menschen ist, andererseits aber die erzieherische Einwirkung durch Natur und Gnade aufzunehmen fähig ist.“[21] Sie stützt sich dabei auf die Exzellenz des christlichen Glaubens und argumentiert, dass die Individualität nicht „durch die Taufe abgewaschen wird“, sondern dass es Menschsein (und somit auch Christsein) nur in „individueller Ausprägung“[22] gibt.

  2. Die Aufgabe zu erziehen ist nicht nur machbar, sondern sie ist unausweichlich; das rührt von der aufkommenden Notwendigkeit und den Erfahrungen der mangelhaften Individualität des Menschen her; von dieser Natur im Allgemeinen wird immer auch die Hilfe der Gnade eingefordert. „Schließlich erfährt die Seele in ihrem Innersten Erneuerung und Kraftzustrom nicht von Geistesgütern der äußeren Welt, sondern von einem Formprinzip, das aus dem Urquell alles Seins und Lebens ihr eingegossen wird, durch die göttliche Gnade.“[23] Religiöses Leben muss an seinem spezifischen Platz in die Erziehung des Individuums integriert werden. Sie stützen sich dabei in dem Urteil, was ein wahrer Mensch ist, nicht nur auf Worte der Offenbarung; sondern „das Urbild des wahren Menschen, wie er nach dem Plan Gottes sein soll, hat Gestalt angenommen und ist unter die Menschen getreten in dem Gottmenschen Jesus Christus. Wahre Menschen bilden heißt, sie nach dem Bilde Christi bilden.“ Das schließt ein, „den Weg der Nachfolge Christi zu gehen.“[24]

  3. Der Respekt vor dem Individuum und die Entfaltung der Individualität sollen die Respektierung der sexuellen Verschiedenheit der Menschheit beinhalten. Erziehung soll in einer geschlechtsspezifischen Weise erfolgen, um nicht in „wirkliche Schwierigkeiten“[25] zu gelangen.

  4. Steins Denken über Pädagogik und ihr eigenes pädagogisches Wirken ist vom Gedanken geprägt, dass in der Erziehung gutes Beispiel wirkt; das gute Beispiel des Lehrers erfordert die entsprechende Haltung der Nachahmung (μίμεσις; Mimesis). In diesem Zusammenhang kommt der sogenannten „inneren Autorität“ des Lehrers die eigentliche Bedeutung zu. Der Lehrer erlangt die Autorität dadurch, dass er selbst ein möglichst vollkommenes Beispiel nachahmt – im Fall eines Lehrers, der Christ ist, also Christus selbst.[26] Dieses Beispiel – Nachahmung Verhältnis muss vor zwei seiner Abarten gewahr sein: äußeres Tun im Gegensatz zu dem, „was wir sind“[27] und ein „Cäsarenwahn des Schulmeisters“, der einen Mißbrauch der Autorität darstellt. In Bezug auf die Eigenschaften des Bildners erwähnt sie auch, den Beruf nicht nur zu wählen, um Geld zu verdienen, sondern eher „nach der inneren Tauglichkeit und Berufung zu fragen“ und in „sachlichem Dienstwillen.“[28]

  5. Der Freiheit, Willensfreiheit der zu bildenden Person, kommt in der Erziehung konstitutive Bedeutung zu.[29] Was Stein nicht reflektiert, aber heute eine zunehmende Bedeutung im „Sinn der „Selbstschulung“ gewinnt, ist die aus der Freiheit der Erziehung und der noch nicht vorhanden Freiheit der Kinder dazu[30] gegebene, grundlegende Recht der Eltern und die ebenso daraus erwachsende Pflicht der Eltern zur Erziehung ihrer eigenen Kinder in dem Geist der Freiheit, den die Eltern verantworten,, ohne ihn delegieren zu können. Das wurde in der Lehre der Kirche am 2. Vatikanischen Konzil besonders herausgearbeitet und an alle Menschen guten Willens ausdrücklich auf der Basis der Verkündigung Jesu Christi gerichtet.[31] Stein wendet sich dieser Dimension der Freiheit nicht ausdrücklich zu. Sie und die große Mehrheit der Adressaten der Argumente Steins sahen und erfuhren diese Freiheit in offiziell katholischen oder protestantischen Einrichtungen der Kirche oder jeweiligen kirchlichen Gemeinschaft. Die Verteidigung dieses Aspektes der Freiheit der Erziehung geschah auf institutionellem Weg durch die Verteidigung der Freiheit der Kirche in der politischen Gesellschaft, „schulpolitisch“.[32] Diese Sicht der Dinge ist keineswegs falsch und wird zu jeder Zeit und überall durchzusetzen sein. Sie kann aber unter sich ständig ändernden äußeren Verhältnissen im gesellschaftlichen Leben noch nicht die persönliche Freiheit von Grund auf ansprechen, um Individuen in einem menschlichen und weltoffenen „Bildungsprozeß, auch dem seelischen“, zuzuführen, der ja – wie Stein das auch einräumt – „schon beim Kinde einsetzt, ehe es zum Gebrauch seiner Freiheit gelangt.“[33] Wir befinden uns hier im Bereich „der Grundlegung der Erziehung der Affektivität“[34], wofür Stein auf Thomas von Aquin zurückgreift[35]. So kann für sie „auch ein sinnlicher Reiz als persönliche Affektion empfunden werden, als etwas, das die Seele in ihrem eigenen Sein trifft (…).“[36]

  6. Die phänomenologische Forschung zur Pädagogik sucht den Dialog mit der griechischen Philosophie. Stein sucht in diesem Dialog ihre Position der Erziehung zu Staatsbürgern zu klären. Platon und seiner Vorstellung, die Philosophen seien die guten Staatenlenker, erteilt Stein eine klare Absage mit der Begründung, dies sei nicht praktikabel.[37] Was wir bei Stein nicht entwickelt finden, ist ein Dialog über die Erziehung zu Tugenden.

  7. Die Erziehung in phänomenologischer Philosophie baut auf der Kommunikation zwischen Lehrer und zu Lehrenden auf, räumt dabei auch in Anlehnung an Adolf Reinach die Möglichkeit des Missverständnisses - beispielsweise durch Täuschung in Verwechslung - ein[38]. Deshalb bedarf diese Art der Erziehung einer Schulung der Rede, eine Rhetorik, welche nicht nur „technisch-formal“ aufgebaut ist, wogegen sich schon Aristoteles verwehrt hat.[39]

  8. Erziehung kann auch in Hinblick auf ihren „ethisch-politischen Aspekt.“ nicht auf ihre kommunikative Ausrichtung verzichten, in „der dem Redner Kenntnisse in Dialektik und Psychologie sowie moralische Integrität abverlangt“[40] werden. Stein nimmt eine ähnliche Sicht von Erziehung und Auftreten unter politisch-ethischer Haltung ein. In einem Vortrag an deutsche, katholische Lehrer erklärt sie: „Dadurch ist ein Doppeltes von uns gefordert: einmal (…), daß wir wirklich als Glieder des deutschen Volkes leben müssen, uns nicht von ihm absondern dürfen. – Auf der anderen Seite aber – (…) -, daß wir als lebendige Glieder der Kirche leben müssen. »Wertbejahung auf der ganzen Linie, Weltoffenheit und Weltweite im umfassendsten und edelsten Sinn«“.Was das beinhaltet und „wie man sich praktisch verhalten soll“, müsse aber noch „klar“ werden und „genug bestimmt“ werden. Von wo die Klarheit und Bestimmtheit kommen kann, lässt Stein dann nicht unausgesprochen: „(…). Es ist doch aber nichts Dunkles, Problematisches, es ist etwas ganz Einfaches, Klares und Bestimmtes, was es heißt: Katholisch zu sein und was man als Katholik zu tun hat. Jedes Kind kann es uns sagen, wenn es seinen Katechismus gelernt und verstanden hat.“[41]

  9. Wenn sich Stein ausdrücklich an Katholiken wendet, möchte sie insbesondere die Erziehung des Verstandes fördern, um richtig und falsch in neuen Entwicklungen zu unterscheiden. Gläubige Menschen verschließen sich den Dingen der Welt nicht, sie greifen auf, was gut ist und integrieren es unabhängig von ihrem Ursprung in der Welt. Für die Verifizierung, was richtig ist, braucht es Kriterien. Das Kriterium ist nicht einfachhin und ausschließlich die Lehre der Kirche, sondern auch die „Prinzipien und Erkenntnismethoden der betreffenden Wissenschaft.“[42] Das Argument ist für katholisch Gläubige nicht neu; aber möglicherweise wurde es noch nie so klar vom kirchlichen Lehramt ausgedrückt, wie am letzten ökumenischen Konzil in seiner Lehre von der „richtigen Autonomie der zeitlichen Dinge.“[43] Diese Lehre ist neu und bedeutend. Große Geister können diese Sicht teilen und helfen mit ihren Schriften und Worten mit, sie zu verbreiten und zu vertiefen. „Es kommt darauf an, sich in allen zeitlichen Fragen mit christlicher Freiheit und in Übereinstimmung mit der persönlichen Glaubensüberzeugung eine eigenständige Meinung zu bilden und die volle persönliche Verantwortung für das eigene Denken und Handeln zu übernehmen.“[44] Hier scheint Licht auf eine Art „blinden Fleck“ in der katholischen Sicht der Dinge zu gelangen.

  10. Stein räumt diese Möglichkeit in ihrer Zeit VOR dem Konzil schon durchaus ein. Sie bekräftigt, dass das „natürliche Licht“ der Vernunft „abgedunkelt“ ist und in guter katholischer Sicht der Dinge fügt sie hinzu, dass der Intellekt „durch den Fall[45] verdunkelt wäre“. Scheinbar haben Stein und mit ihr die ganze Tradition seit Jahrhunderten aber eine Dimension in diesem Zusammenhang ausgeblendet, dass die natürliche Vernunft eine ihr entsprechende Heilung bedarf, und dass die Gnade sie dann erheben kann. Es wurde argumentiert, dass die Gnade die Natur heile und das folglich gleichsam zu zwei Arten der Vernunft führe, die die verschiedenen Wirklichkeiten erkennen und das Verhalten so oder so leiten[46]. „Zur Vermeidung der Verirrungen und zur Wiederherstellung der ursprünglichen Kräfte bedarf es der Gnade, die als ein übernatürliches Licht dem Verstand eingegossen wird und nicht nur die rechte Ordnung wiederherstellt, sondern zugleich einen Einblick in die übernatürlichen Zusammenhänge eröffnet, die dem natürlichen Verstand nicht zugänglich sind.“[47] Die Lehre der Kirche am 2. Vatikanischen Konzil bringt mehr Licht in diese Vervollkommnung „des durch den Fall verdunkelten natürlichen Lichtes“ und der Wirkung des „übernatürlichen Lichtes“ (der Gnade) im Geist des Menschen bei der Auffassung der Wirklichkeiten der Welt. Eine Weiterführung der pädagogischen Ansätze Steins wird daher nicht darum herum kommen, in neuer Weise zu betonen, dass „diese unsere Welt, gut ist - denn sie ging aus den Händen Gottes hervor.“[48] Stein eröffnete in ihrer Phänomenologie den Weg und förderte die Möglichkeit der Erkenntnis der „Eigengesetzlichkeit und der eigenen Ordnungen aller Einzelwirklichkeiten.“[49]

  11. Stein bringt mit einigen Bausteinen auch Licht in eine allgemeine Lerntheorie. So spricht sie zum Beispiel über die strukturierte Aufnahme von Begriffen und erläutert dazu ihre Sicht von der Dreiteilung der Seele in: Verstand, Geist und Gemüt, sowie Wille,[50] was zu einer „pädagogischen Systematik“ gehört. Diese „Grundlagen der Pädagogik“ finden sich auch in ihrer „philosophischen Anthropologie.“[51]

Abschließend wollen wir festhalten, dass auf der Grundlage des phänomenologischen Denkens Steins Elemente einer Pädagogik schon in ihrer Anthropologie enthalten sind, die es sich lohnt, im Sinn einer modernen wissenschaftlichen Pädagogik weiter zu entfalten. Hier ist der Weg zur Entfaltung des Geistes in Freiheit und Wahrheit vorgezeichnet. Der Weg sollte in Übereinstimmung mit der Bestimmung des Individuums als Mann oder Frau einem Beispiel folgend beschritten werden. Erziehung baut auf die freie Suche, sein eigenes Ziel zu erstreben, auf und wird von Erziehern gestützt und gefördert; die Grund-Beziehung zwischen Lehrer und zu unterrichtenden Leuten wird durch Nachahmung hergestellt und nicht durch Motivation.

4. Über die Wirkung der Phänomenologie in der Erziehung

Die Erziehung von Leuten durch die phänomenologische Methode zeigte eine große Auswirkung auf Wissenschaftler ebenso wie auf „weite Laienkreise.“[52]Auf dieser Entwicklung gründend, die Stein in ihren Argumenten reflektiert, stützen wir die These: Die Anwendung der phänomenologischen Methode sowohl in der philosophischen Arbeit an Universitäten, Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten als auch bei der Bildungsarbeit im alltäglichen Geschehen in Familien oder zwischenmenschlichen Bereichen des Gesellschaftslebens führt zu jeweils wahren, brauchbaren Erkenntnissen. Wir fordern die Anwendung der phänomenologischen Methode in der Bildungsarbeit in Institutionen der Erwachsenenbildung, der Bildung Jugendlicher und Kinder; diese neu zu schaffenden Einrichtungen sollen auf die übereinstimmende philosophische Bildung von Eltern und Kinder[53] Wert legen. Diese Vorgangsweise kann sich auf die völlig neu anzuerkennende Methode Husserls stützen, die „nicht bei der Tatsache eines einzelnen cogito Halt macht, sondern die ganze Domäne des Bewußtseins als ein Gebiet unzweifelhafter Gewissheit aufdeckt und der Phänomenologie als ihr Forschungsgebiet zuweist.“[54] Das führt nicht nur in die Erkenntnis der verschiedenen Lebensbereiche und Lebensabschnitte, sondern erlaubt sie in einer einheitlichen und Einheit stiftenden Sicht zu durchdringen.

5. Schluß

Die Entwicklung der Phänomenologie zertifiziert die Absicht Husserls, Leute in einer rigoros kritischen Art des Denkens zu erziehen, „die Sachen selbst“[55] zu erkennen. Das öffnet auch den Weg zur Wahrheit, die der Geist im Zusammenwirken mit der Wahrnehmung der Dinge der äußeren Welt und Erziehung erreichen kann. Gegenstand der Untersuchung ist nicht mehr nur der eine Akt ich denke (cogito), sondern die Wesensschau (Intuition) der Dinge, so wie diese sind. Die Weitergabe der phänomenologischen Methode in der philosophischen Bildung öffnet den Geist zur vollen Wirklichkeit der Welt, wie sie von Gott von allem Anfang der Existenz an bis zum Ende der Tage gesehen wurde und wird, die Erkenntnis der Existenz Gottes durch den Verstand des Menschen – ohne Denknotwendigkeit[56] - eingeschlossen[57]. Der Weg über die Wahrnehmung der Dinge der Welt wird für den Gläubigen, einen getauften Christen, durch die Offenbarung in Jesus Christus wesentlich erleichtert und gesichert. Die Phänomenologie Husserls, die von seinen Schülern in der Gruppe der Göttinger-Husserl-Schüler weitergeführt wurde, reinigt in ihrer Anwendung fortwährend das individuelle und allgemeine Wissen von künstlichen Ideen, um den Geist zur einfach-nüchternen und zugleich großen Wirklichkeit an sich hin zu öffnen.

Dr. Bernhard Augustin
Bildungszentrum Juvavum
Salzburg

Anmerkungen

[1] - Edmund Husserl,  (* 8. April 1859 in Proßnitz in Mähren, Kaisertum Österreich; † 27. April 1938 in Freiburg im Breisgau, Deutsches Reich) war ein Philosoph und Mathematiker. Husserl gilt als Begründer der Phänomenologie, mit deren Hilfe er die Philosophie als strenge Wissenschaft (Titel einer programmatischen Schrift von 1910/11) zu begründen suchte. Er ist einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts.

[2] - E. Husserl, Brief an Rudolf Otto, Freiburg, 5.3.1919: „Nichts weiter will ich, als die Jugend zu radikaler Redlichkeit des Denkens zu erziehen“. Zitiert nach: Jaques Vidal, Phénomenologie et Conversions. In: Archives de Philosophie 35, 1972, 215.

[3] - E. Stein, "Freiheit und Gnade" und weitere Beiträge zu Phänomenologie und Ontologie (1917 bis 1937), Herder, Freiburg 2014, S. 156 f. (Stein, Freiheit und Gnade, 2014)

[4] - „Die Aufdeckung der Bewußtseinssphäre und der Konstitutionsproblematik ist sicher ein großes Verdienst Husserls, das heute noch zu wenig gewürdigt wird. Was in seinem eigenen Freundes- und Schülerkreis Anstoß erregte, war eine – unseres Erachtens nicht notwendige – Folgerung, die er aus der Tatsache der Konstitution zog: Wenn bestimmt geregelte Bewußtseinsverläufe notwendig dazu führen, daß dem Subjekt eine gegenständliche Welt zur Gegebenheit kommt, dann bedeutet gegenständliches Sein, z.B. die Existenz der sinnlich wahrnehmbaren Außenwelt, gar nichts anderes als Gegebensein für ein so und so geartetes Bewußtsein, näher: für eine Mehrheit von Subjekten, die miteinander in Wechselverständigung und Erfahrungsaustausch stehen. (…) Diese Deutung der Konstitution wird als sein transzendentaler Idealismus bezeichnet. Sie erschien als eine Rückkehr zum Kantianismus, als Preisgabe jener »Wende zum Objekt«, in der man Husserls großes Verdienst sah, und jener Ontologie, d.h. der Erforschung des Wesensbaus der gegenständlichen Welt, in der Scheler und die ihm nahestehenden Göttinger Husserlschüler ihre Aufgabe sahen und bereits fruchtbare Arbeit geleistet hatten:“, E. Stein, Freiheit und Gnade, zit., S. 152.

[5] - B. Beckmann-Zöller, H.R. Sepp, Einführung der Bearbeiter, in E. Stein, Freiheit und Gnade, zit., S. LXXXVIII.

[6] - A. Ales Bello, Edith Stein zwischen Husserl und Thomas von Aquin. Phänomenologie und christliche Philosophie, «Edith Stein Jahrbuch», (2012), S. 11-13.

[7] - „Sie verstand unter Übertragung keine Übersetzung, sondern vielmehr philosophische Vermittlungsarbeit mit wissenschaftlichem Anspruch [XIV], die sie auf epistemologische und konstitutionstheoretische Fragestellungen zugespitzt umzusetzen wusste [XVI]“ http://www.edith-stein-gesellschaft.de/deu/literatur/Rez/ESGA2324.pdf. Abgerufen am 30. Jänner 2015.

[8] - E. Stein, Was ist Philosophie? Ein Gespräch zwischen Edmund Husserl und Thomas von Aquino (1929), in E. Stein, Freiheit und Gnade, zit., S. 91-142.

[9] - A. Ales Bello, Edith Stein zwischen Husserl und Thomas von Aquin, zit., S. 12.

[10] - C. Giese, Lernen, in H. Vetter (Hrsg.), Wörterbuch der Phänomenologischen Begriffe, Meiner, Hamburg 2004, S. 338-342, 339.

[11] - (2. Vatikanische Konzil, 1962-1965), Dekret Gravissimum educationis, - Über die christliche Erziehung, Nr. 1.

[12] - J.B. Torelló, Erziehung und Tugend, in Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft (Hrsg.), Grundwerte der Erziehung, Adamas, Köln 1979, S. 45-75, S. 65.

[13] - B. Beckmann-Zöller, Einleitung, in E. Stein, Bildung und Entfaltung der Individualität, Herder, Freiburg 2001, S. XV, FN 44.

[14] - Vgl. Ebd., XIII: „Sie erwähnt die Phänomenologie gar nicht, wendet nur in einem sehr weiten Sinne die phänomenologische Methode an, indem sie eine Bedeutungsanalyse im Sinne der Münchner-Göttinger Phänomenologen durchführt (z.B. zur Bedeutung von Wahrheit, Klarheit, Erkenntnis, Bildung usw.) und indem sie auf das Wesen hin fragt.“

[15] - Ebd., XVI.

[16] - Ebd., XXIV: „Was wir aber als Steins »réflexion engagée« finden, ist ihre Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Theorien (…) sowie mit Elementen der Philosophie und Erziehungslehre des Thomas von Aquin und mit Theoretikern der »philosophia perennis« in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.

[17] - E. Stein, Bildung, zit., S. 171: „Entwurf einer pädagogischen Systematik. (…) III. Phänomenologie des pädagogischen Aktes.“

[18] - Vgl. ebd. Siehe auch dazu im Musical My fair lady die freudige Feststellung von Professor Higgins: „Ich glaub, jetzt hat sie’s [erfasst]“ und die nicht enden wollende Wiederholung der gelernten Inhalte durch die Lady, Eliza Doolittle.

[19] - B. Beckmann-Zöller, Einführung, in E. Stein, Bildung, zit., S. XV, FN 45: „Stein verwendet die Begriffe »Erziehung« und »Bildung« synonym.“

[20] - E. Stein, Bildung, zit., S. 7.

[21] - B. Beckmann-Zöller, Einführung, in E. Stein, Bildung, zit., S. XXVII.

[22] - E. Stein, Bildung, zit., S. 7: „Wir haben das Kind auf den rechten Weg gebracht, wenn wir es soweit haben, daß es in der Nachfolge Christi leben will, d.h. daß es auf seinen eigenen Willen verzichtet und die Leitung seines Lebens in die Hand Gottes legt. Auf den ersten Blick erscheint es, als wäre damit auf die Individualität verzichtet. Das ist aber keineswegs der Fall. Gott führt den Menschen so, dass er wahrer Mensch wird. (…) Wahres Menschentum gibt es nur in individueller Ausprägung. Wer sein Leben in Gottes Hand gibt, der kann sicher sein und nur der kann sicher sein, dass er ganz er selbst wird, d.h. dass er das wird, was Gott für ihn ganz persönlich vorgesehen hat.“

[23] - Ebd., S. 41.

[24] - Ebd., S. 6.

[25] - E. Stein, Aus dem Leben einer jüdischen Familie und weitere autobiographische Beiträge, Herder, Freiburg 2002, S. 150.

[26] - E. Stein, Bildung, zit., S. 6: „Um wahre Menschen erziehen zu können, muss er selbst ein wahrer Mensch sein. (…) je mehr er sich selbst zum Nachbild Christi gestaltet hat.“

[27] - Ebd., S. 132. (Nicht S. 131, wie irrtümlich in E. Stein, Bildung, zit., S. XXI, FN 77 angegeben ist.)

[28] - Ebd., S. 30.

[29] - Ebd., S. 46: „Die freie Person ist »sich selbst« in die Hand gegeben, d.h. Leib und Seele sind – wenn auch nicht bedingungslos – der Leitung des Willens unterstellt. Der Mensch kann aus der ihn umgebenden Welt die bereitliegende Nahrung für Leib und Seele holen, (…). Wir sahen aber schon, daß er nicht allein dafür verantwortlich ist.“

[30] - Ebd., S. 47: „denn der Bildungsprozess, auch der seelische, setzt beim Kinde schon ein, ehe es zum Gebrauch seiner Freiheit gelangt.“

[31] - (2. Vatikanische Konzil, 1962-1965), Dekret Gravissimum educationis – Über die christliche Erziehung, 2.-3.: 2. „(…); hierbei sollen ja die natürlichen Werte, die in die Gesamtschau des von Christus erlösten Menschen einbezogen sind, zum Wohl der ganzen Gesellschaft wirksam werden. (…) 3. Da die Eltern ihren Kindern das Leben schenkten, haben sie die überaus schwere Verpflichtung zur Kindererziehung. Daher müssen sie als die ersten und bevorzugten Erzieher ihrer Kinder anerkannt werden. Ihr Erziehungswirken ist so entscheidend, dass es dort wo es fehlt, kaum zu ersetzen ist. Den Eltern obliegt es, die Familie derart zu gestalten, (…), daß die gesamte Erziehung der Kinder nach der persönlichen wie der gesellschaftlichen Seite hin davon getragen wird.“

[32] - E. Stein, Bildung, zit., S. 140.

[33] - Ebd., S. 47.

[34] - A. Malo. Antropologia dell‘Affettività, Armando, Roma 1999, S. 301.

[35] - E. Stein, Bildung, zit., S. 147.

[36] - E. Stein, Bildung, zit., S. 147: „Diese »sinnlichen Gefühle« (…), oder »Passionen«, wie sie mit allem andern, was als passiver Zustand in der Seele entsteht, von Thomas genannt werden, (…).“

[37] - E. Stein, Bildung, zit., S. 152.

[38] - B. Beckmann-Zöller, Phänomenologie des religiösen Erlebnisses. Religionsphilosophische Überlegungen im Anschluß an Adolf Reinach und Edith Stein, Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, S. 82: „… beginnt mit der möglichen Verwechslung zwischen dem Grunde oder der Ursache und dem intentionalen Korrelat innerhalb von Gefühlserlebnissen.“

[39] - Vgl. G. Krapinger, Nachwort, in Aristoteles, Rhetorik, Reclam, Stuttgart 1999, S. 249.

[40] - Ebd.

[41] - E. Stein, Rezension: Zum Kampf um den katholischen Lehrer, in E. Stein, Bildung, zit., S. 117.

[42] - Ebd., S. 118.

[43] - (2. Vatikanische Konzil, 1962-1965), Pastoralkonstitution Gaudium et spes, - Über die Kirche in der Welt von heute, Nr. 36, § 2: „Nun scheinen viele unserer Zeitgenossen zu befürchten, daß durch eine engere Verbindung des menschlichen Schaffens mit der Religion die Autonomie des Menschen, der Gesellschaften und der Wissenschaften bedroht werde.Wenn wir unter Autonomie der irdischen Wirklichkeiten verstehen, daß die geschaffenen Dinge und auch die Gesellschaften ihre eigenen Gesetze und Werte haben, die der Mensch schrittweise erkennen, gebrauchen und gestalten muß, dann ist es durchaus berechtigt, diese Autonomie zu fordern. Das ist nicht nur eine Forderung der Menschen unserer Zeit, sondern entspricht auch dem Willen des Schöpfers. Durch ihr Geschaffensein selber nämlich haben alle Einzelwirklichkeiten ihren festen Eigenstand, ihre eigene Wahrheit, ihre eigene Gutheit sowie ihre Eigengesetzlichkeit und ihre eigenen Ordnungen, die der Mensch unter Anerkennung der den einzelnen Wissenschaften und Techniken eigenen Methode achten muß.“

[44] - J. Escrivá de Balaguer, Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, Adamas, Köln 1981, Nr. 90.

[45] - ‹Sündenfall: Gen 3,1 ff.›

[46] - E. Stein, Der Intellekt und die Intellektuellen, in E. Stein, Bildung, zit., S. 149: „Die Ordnung des Verhaltens entsprechend den Gesetzen der Übernatur ist Sache der höheren Vernunft, während die niedere nur die irdischen Dinge berücksichtigt.“

[47] - Ebd., S. 148 f.

[48] - Vgl. J. Escrivá de Balaguer, Christus begegnen, Adamas, Köln 1977, Nr. 183. Auch J. Escrivá de Balaguer, Gespräche, zit., Nr. 70: „denn sie waren gewohnt, von der Welt immer nur in einem abwertenden Sinne sprechen zu hören. Der Herr hatte mich begreifen lassen - und ich wollte es an die anderen weitergeben -, daß die Welt gut ist, denn die Werke Gottes sind immer vollkommen;“

[49] - (2. Vatikanische Konzil, 1962-1965), Gaudium et spes, Nr. 36.

[50] - E. Stein, Der Intellekt und die Intellektuellen, in E. Stein, Bildung, zit., S. 144 ff.

[51] - E. Stein, Bildung, zit., S. 171: „VI. Aneignung und Darbietung geistiger Güter: 1. a) Erkenntnis und Wissenschaft; 2. Gemüt und Werte; 3. Wollen, Handeln, Ziele.

[52] - E. Stein, Die Weltanschauliche Bedeutung der Phänomenologie, in E. Stein, Freiheit und Gnade, zit., S. 150.

[53] - Vgl. (2. Vatikanische Konzil, 1962-1965), Erklärung Gravissimum educationis, - Über die christliche Erziehung, Nr. 3: „Daher müssen sie [die Eltern] als die ersten und bevorzugten Erzieher ihrer Kinder anerkannt werden. Ihr Erziehungswirken ist so entscheidend, daß es dort, wo es fehlt, kaum zu ersetzen ist.“ (Escrivá, 1977), Nr. 27: „Die Eltern sind sowohl im Menschlichen als auch im Übernatürlichen die Haupterzieher ihrer Kinder und müssen die Verantwortung dieser Aufgabe spüren.“ F. Ponz Piedrafita, Remembering Msgr. Josefmaria Escrivá, Pamplona 1976, S. 105: In the school there are three important things: first the parents, then the teachers and third, the pupils. (Dt.: In der Schule gibt es drei Dinge, die Bedeutung besitzen: zuerst die Eltern, dann die Lehrer und drittens die Schüler. – Die Übersetzung ist unsere).

[54] - E. Stein, Die Weltanschauliche Bedeutung, zit., S. 151.

[55] - E. Husserl, Logische Untersuchungen II, Max Niemeyer, Halle a.d.S. 1901, S. 7.

[56] - Vgl. A. Reinach, Einleitung, Urteil und Erkenntnis, in Karl Schuhmann u. Barry Smith, Adolf Reinach, Sämtliche Werke, 2 Bände, München 1989 (kurz: Reinach I, Reinach II), hier: Reinach I, S. 383.

[57] - Vgl. B. Beckmann-Zöller, Phänomenologie des religiösen Erlebnisses, zit., S. 92 f.: Die Phänomenologen stützen sich nicht mehr auf das ontologische Argument, das seit Kant widerlegt ist. Reinach beispielsweise kritisiert die Nicht Beachtung der Unterschiedenheit der Existenz von Eigenschaften. Den Fehler im Argument sieht er [Reinach] in der vermeintlichen Denknotwendigkeit; „wenn man das vollkommene Wesen als existierend denkt, heißt das noch nicht, dass es existiert.“ Eher stützt man sich auf die „explizite Betonung der Erfahrungsabhängigkeit von gerechtfertigten Existenz-Urteilen.“


© 2015 Bernhard Augustin & Forum. Supplement to Acta Philosophica

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